Zungenbrecher sind etwas herrliches, um die eigene Zunge im Zaum zu halten und gleichsam die Zunge zu entwirren.
Ein eher seltener Zungenbrecher ist dieser:
Im Keller kühlt Konrad Kohlköpfe aus Kassel. Kohlköpfe aus Kassel kühlt Konrad im Keller. Konrad kühlt Kohlköpfe aus Kassel im Keller.
Eine geschickte Übungen für der Tag ist es, diesen Zungenbrecher immer und immer wieder aufzusagen ohne sich dabei die Zunge zu verbiegen. Dieser Zungenbrecher im Besonderen ist nicht der allerschwierigste, eher zählt er zu den einfacheren Zungenbrecher seiner Gattung. Gerade deshalb empfehle ich jedoch daran zu üben.
Die klassische Rhetorik hat sich immer auf den Menschen konzentriert. Einem Gesicht, einer Stimme vertraut und gewußt an wen sich die Zuhörer wenden können.
Moderne Medien verlautbaren häufig die tollsten Enthüllungen aus anonymer Quelle. Der heute Beitrag beschäftigt sich mit der Frage:
Wie vertrauensvoll sind anonyme Quellenangaben?
Das Vir-Bonus-Prinzip habe ich bereits an anderer Stelle erwähnt. Und doch ist es heute noch einmal Mittelpunkt meines Beitrages. Immer häufiger werden Themen via “Flurfunk”, “Stille Post” und aus “anonymer Quelle” oder “aus dem Umfeld von” in den Medien breitgetreten.
Ich frage mich, wie überzeugend sind solche Aussagen? Vor einigen Tagen erst berichtet große Tageszeitungen von den “Gedanken” zu Guttenbergs, dass er sein Amt zur Verfügung stellt.
Für alle Bücherwürmer gibt es hier mehr zu lesen. Körpersprache ist ein Buch mit 7 Siegeln und doch können wir oft in Menschen lesen wie in einem offenen Buch!
“Lie to me” ist Körpersprache pur. Der Hauptakteur wohl eine Mischung zwischen Dr. House und McGyver alias Jack O’Neill. Ein starker Auftritt laut Vox – Pressemeldung auf jeden Fall.
Das uns die Körpersprache viel verrät, ist nichts Neues und doch spannend wie die Entdeckung eines neuen Sternensystems. Dabei sind diese Erkenntnisse so alt wie die Rhetorik selbst.
Quintilian und andere “Antiker” der Rhetorik haben sich zeilenweise zu diesem Thema ausgelassen. Gut aufgemacht und einfacher zu verstehen als die alten Texte ist die junge Serie allemal.
Ich bin gespannt, welche Halbwahrheiten und Fünkchen Glück sich jetzt Personaler und andere Beobachter aus der Serie ziehen, um so das eigene Wissen “aufzufrischen”.
Vor geraumer Zeit habe ich zum Thema “Körpersprache” die Texte von Quintilian genauer unter die Lupe genommen und Podcasts aufgesetzt. Hier der schnelle Weg zur Kodierung der Körpersprache.
Willkommen zum aktuellen Podcast mit Judith Torma.
Körpersprache in Gesprächen und Besprechungen ist ebenso wichtig wie die Körpersprache in Reden und Vorträgen. Erfahren Sie mehr über den bewußten Einsatz von Körpersprache in Gesprächen.
Wie immer sind Ihre Kommentare herzlich willkommen! Nutzen Sie dafür unseren Rhetorikblog oder hinterlassen Sie Ihre Rückmeldung bei iTunes. Mein Gezwittscher für zwischendurch finden Sie hier: http://twitter.com/JTG_Rhetorik
Körpersprache und deren Bedeutung stehen auch heute noch immer im Mittelpunkt. Viele Menschen fragen sich wieder und wieder was bedeutet es, wenn mein Gegenüber die Arme verschränkt oder grimmig drinschaut.
Quintilian war einer der ersten Rhetoriker, die sich schriftlich zu diesem Thema äußerten, welches uns noch immer überliefert ist.
2007 habe ich eine Podcastreihe zum Thema Quintilian und Körpersprache verfaßt und veröffentlicht. Diese Podcasts stehen nun auf meiner Webseite zum kostenlosen Anhören zur Verfügung.
… so oder so ähnlich klingen heute die Kommentarüberschriften zum Thema TV-Duell 2009.
Liebling der Bildzeitung: “Yes we gähn” entspricht dabei wohl noch am ehesten dem Gemütszustand der Zuschauer. Ich habe lange überlegt, ob und in welcher Form ich mich zum TV-Duell äußern werde. So richtig einfach ist mir die Entscheidung nicht gefallen. Es fehlt einfach an Zugkraft, dass ich sagen kann, ja hier lohnt es sich mitzumischen, mich einzubringen.
Der fehlgeschlagene Small Talk Versuch der Moderatoren zum “Duzen” oder anderen neckischen Fragen war eher peinlich denn professionell. Auch die hängenden Mundwinkel von beiden Kandidaten sagen mehr als 1000 Worte. Aus rhetorischer Sicht frage ich mich, wo bleibt die Begeisterung? Das Eintreten für eigene Ideen? Die Überzeugung, was ich hier sage, dazu stehe ich auch? Charisma, das mich mitreißt?
Aus meiner Sicht haben die deutschen Politiker und Journalisten noch kein eigenes Format gefunden, was der Gefühlswelt der Deutschen entspricht, um so eine “Show” aufzuziehen. Billige Kopien aus Amerika funktionieren hier nicht, weil es um Menschen und Gemütszustände geht, nicht aber um austauschbare Marionetten.
“Presidential Debattes” so lautet das Original. Im Deutschen verhunzt es zum Duell. Da können und wurden die Erwartungen einfach nur enttäsucht. Bei einem Duell wollen die Zuschauer Blut sehen und gebrochene Knochen. Doch das sollen und dürfen unsere Anwärter auf das zweit höchste Amt im Lande nicht an den Tag legen.
Um wieviel reizvoller wäre es zu sehen, wie die beiden wirklich mit einander Debattieren? Ein Meinungsaustausch auf höchstem Niveau. Ist das zu viel verlangt? Vermutlich ja, denn in unserem Land können sich die wenigstens Menschen, geschweige denn Machtmenschen auf eine ernsthafte Debatte, einen Meinungsstreit einlassen.
Bis wir das erreichen, haben wir noch einen langen Weg vor uns. Es lebe die Rhetorik!
ps.: Vielleicht sollte ich je eine Kopie des Films Great Debattors an Frau Dr. Merkel und Herrn Dr. Steinmeier versenden?
...heißt Sie Judith Torma, Magistra Artium der Rhetorik. Der Tübinger-Rhetorik-Schmiede entwachsen biete ich seit 7 Jahren Rhetorikseminare, Rhetorikworkshops sowie Firmenschulungen und offene Seminare rund um die Rhetorik an. Auf dem Rhetorikblog.com schreibe ich über die Kernthemen der Rhetorik und besuche Nebenkriegsschauplätze.